Gedächtnistraining

Die geistige Gesundheit kann durch Gedächtnistraining bzw. lebenslanges Lernen erhalten und verbessert werden, ebenso wie Sport die körperliche Gesundheit fördern kann.

Ein Gastartikel von Monika Natlacen

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(Foto: Thinkstock, istock)

„Use it or loose it“: Lernexperten und Neurowissenschaftler verwenden gerne im Zusammenhang mit dem Erhalt der Leistungsfähigkeit des Gehirns dieses Sprichwort. Das gilt auch für Menschen mit beginnender Vergesslichkeit im Alter bis hin zu Menschen mit Demenz, die sehr wohl auch durch Gedächtnistraining im Erhalt ihrer Alltagskompetenzen trainiert werden können und weiterhin lernen.

Wobei immer die Freude am Tun im Mittelpunkt stehen sollte sowie eine angenehme, stressfreie Atmosphäre, die durch speziell qualifizierte TrainerInnen gewährleistet wird. Es geht nicht um ein Messen am Können der Anderen, sondern um die persönliche Entwicklung und das Erreichen individueller Ziele.

Wenn die Vergesslichkeit im Alter beginnt

Unser Gehirn verändert sich im Laufe des Lebens. Wir lernen, gewinnen Erfahrungen und erreichen manche unserer Ziele. Unser Gehirn funktioniert ohne Probleme. Mit kleineren Einschränkungen haben wir zu leben gelernt: Der eine hatte vielleicht schon immer Schwierigkeiten mit der Orientierung in Hotels. Die andere konnte sich nie wirklich gut Namen merken. Tipp! Einen Plan zeichnen oder aufschreiben sind hilfreiche Strategien, um das Gedächtnis zu unterstützen.

Im höheren Alter kommt es bei vielen Menschen zu einer Verlangsamung in manchen kognitiven Bereichen, aber dafür haben sie mehr Erfahrungswissen gesammelt, wie sie zu einer Lösung kommen. Sie werden weise und klug.

Wichtig! Eine beginnende Vergesslichkeit sollte beobachtet und im Fall mit dem Hausarzt besprochen werden. Gedächtnistraining kann auch in diesem Fall eine positive Wirkung zeigen und mögliche Defizite ausgleichen.

Lieben, Lachen, Laufen und Lernen

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Monika Natlacen (Foto: Susanne Keuschnig)

Experten wie Dr. Gerald Gatterer empfiehlt bei seinen Vorträgen die 4 Ls: Lieben, Lachen, Laufen und Lernen. Der deutsche Psychiater und Gehirnforscher Prof. Manfred Spitzer empfiehlt zur Prävention: Wer dreimal wöchentlich joggen geht und die Enkelkinder betreut, hält sich körperlich und geistig fit. Martin Korte meint in seinem Buch „Jung im Kopf; Erstaunliche Einsichten der Gehirnforschung in das Älterwerden“, dass unser Gehirn zu den Organen gehört, die durch spärlichen Einsatz schneller altern.

Was dem Herz gut ist, tut auch dem Gehirn gut

Achten auch Sie auf

  • eine ausgewogene Ernährung mit hochwertigen und biologisch angebauten Fetten, wenig Fleisch, viel Gemüse, salzarmer Küche
  • eine ausreichende Zufuhr von Flüssigkeit, aber nur mäßigem Alkoholkonsum
  • Bewegung wie z. B. Joggen oder Tanzen; Treppen steigen, statt den Lift oder die Rolltreppe benutzen

Pflegen Sie

  • soziale Kontakte durch Gruppenaktivitäten

Vermeiden Sie

  • Leistungsdruck
  • Überforderung
  •  Stress
  • Schlafmangel
  • übermäßigen Alkoholkonsum
  • Fastfood
  • Rauchen
  • übermäßiger Internet- oder Fernsehkonsum
  • Stürze mit Gehirnverletzungen
  • geistige Trägheit
  • Angst

Tipp! Zum Erhalt der visuellen und auditiven Wahrnehmung ist es wichtig, auf gute, jährlich angepasste Sehhilfen wie Brillen oder Kontaktlinsen zu achten sowie beim HNO-Arzt regelmäßig einen Hörtest durchzuführen und bei Bedarf ein Hörgerät anpassen zu lassen.

Literaturtipps:

Weiterführende Informationen:

Ein Auswahl an TrainerInnen in ihrer Umgebung finden auf der Website des Österreichischen Bundesverbands für Gedächtnistraining

Monika Natlacen ist selbstständig in der Demenzbetreuung tätig, zertifizierte Validation Lehrerin nach Feil i.A., Trainerin in der Erwachsenenbildung, nlp-Resonanz®-Practitioner, Vizepräsidentin der Selbsthilfegruppe Alzheimer und seit 2014 ÖBV-GT Trainerin mit Zusatzqualifikation „Gedächtnistraining im Seniorenbetreuungs- und Pflegebereich“ (Stand: November 2014)

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