Steuer-Tipps (3. Teil)

Bei Vorliegen einer Behinderung können Freibeträge, Zuschüsse, Ermäßigungen und Befreiungen die monatlichen Ausgaben und somit die Steuerbelastung reduzieren, informiert Wirtschaftstreuhänder und Steuerberater Mag. Kurt Kreith.

(Foto: Thinkstock, fuse)

Es gibt auch „Außergewöhnliche Belastungen“, bei denen kein Selbstbehalt abgezogen wird. Darunter fallen u. a. Behinderungen. „Bei Vorliegen von körperlichen oder geistigen Behinderungen – mit einem Grad von mindestens 25% – vermindern Pauschalbeträge ohne Selbstbehalt das Einkommen“, so Mag. Kurt Kreith. „Die Pauschalbeträge sind abhängig vom Grad der Behinderung.“ Hier die Freibeträge im Detail.

„Werden die Kosten von unterhaltsverpflichtigen Angehörigen übernommen, ist ein Selbstbehalt abzuziehen“, ergänzt Mag. Kurt Kreith. “Die Behinderung und ihr Ausmaß sind auf Verlangen des Finanzamts durch eine amtliche Bescheinigung (u. a. Bundessozialamt) oder durch einen Behindertenpass vorzulegen.“

Bitte beachten Sie:

  • Die bis 2004 von der Amtsärztin oder vom Amtsarzt ausgestellten Bescheinigungen sind weiterhin gültig. Erfolgt eine neue Feststellung durch das Bundessozialamt, ersetzt diese die bisherigen Bescheinigungen.
  • Bei einem ganzjährigen Bezug von Pflegegeld (Blindenzulage, Blindengeld, Pflege- oder Blindenbeihilfe) steht der Pauschalbetrag nicht zu.
  • Alleinverdiener oder Personen, bei denen die Einkünfte der (Ehe-)Partnerin oder des (Ehe-)Partners 6.000 Euro nicht übersteigen, können auch die Mehraufwendungen auf Grund einer Behinderung der (Ehe-)Partnerin oder des (Ehe-)Partners geltend machen.

Quelle: BM für Finanzen

Hilfsmittel und Heilbehandlungen

Ob Rollstuhl, rollstuhlgerechte Adaption der Wohnung, Hörgeräte oder Hilfemittel im Falle einer Erblindung: Nicht regelmäßig anfallende Aufwendungen für sog. Hilfsmittel werden zusätzlich anerkannt; ohne Kürzung durch einen Selbstbehalt.

Ebenso können die Kosten für Heilbehandlungen, die im Zusammenhang mit einer Behinderung stehen, berücksichtigt werden. Und das zusätzlich zum Pauschalbetrag und ohne Kürzung durch den Selbstbehalt.

Als Kosten der Heilbehandlung gelten:

  • Arzt- und Spitalskosten
  • Kur- und Therapiekosten
  • Kosten für Medikamente, die im Zusammenhang mit der Behinderung stehen

Weitere steuerliche Absetzmöglichkeiten und Vergünstigungen

  • Freibeträge für Krankendiätverpflegung
  • Große Pendlerpauschale für behinderte Arbeitnehmer, für die die Benützung eines öffentliches Verkehrsmittels nicht möglich bzw. unzumutbar ist
  • Freibetrag für körperbehinderte Menschen mit einem eigenen KFZ
  • Befreiung von der motorbezogenen Versicherungssteuer

Zuschüsse, Ermäßigungen und Befreiungen

Weitere Maßnahmen können die monatlichen Ausgaben reduzieren wie

  • Zuschuss zum Erwerb eines Kraftfahrzeuges
  • Parkausweis
  • Ermäßigte Mitgliedschaft beim ARBÖ und ÖAMTC
  • Mautpflichtermäßigung
  • Kostenlose Autobahnvignette
  • Befreiung von der Rundfunkgebühr und Ökostrompauschale
  • Zuschuss zum Fernsprechentgelt (Telefon und Internet)

Weitere Informationen sowie Voraussetzungen für einen Anspruch finden Sie hier.

Weiterführende Informationen

Weitere Artikel zu diesem Thema

  •  1. Teil: Außergewöhnliche Belastungen mit Selbstbehalt – Krankheitkosten (inkl. Zahnersatz und Sehbehelfe)
  • 2. Teil: Kurskosten, Kosten für Alters- oder Pflegeheim oder für die Hausbetreuung und Pflegegeld

Autorenschaft: Mag. Katharina Tentschert, Publizistin im Bereich Gesundheitskommunikation, in Abstimmung mit Mag. Kurth Kreith, Wirtschaftstreuhänder und Steuerberater (Stand: November 2014)