Mit Kunst die Augen öffnen

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Bild: Angelika Krinzinger

183 Kunstwerke für den guten Zweck: Am 26.2.2015 hat zum zweiten Mal eine Benefizauktion zeitgenössischer Kunst zu Gunsten des CS Hospiz Rennweg stattgefunden. Der Erlös der Kunstauktion wird einen unverzichtbaren und wertvollen Beitrag für ein Leben und Sterben in Würde leisten. Kurator und Fund Art-Gründer Michael Schmidt-Ott im Interview.

Welche Beweggründe stecken hinter Ihrem sozialen Engagement?

Ich arbeite seit über 14 Jahren mit dem Louise Bus, medizinische Versorgung von Obdachlosen, zusammen und habe, wie Sie auf meiner Seite www.fund-art.com sehen können, viele unterschiedliche soziale Projekte in Wien realisiert. So wurde zuletzt ein Benefiz Konzert für das integrative Museums Buch des Kunsthistorischen Museum in Wien realisiert. Dieses Buch soll blinden Menschen die Gemälde-Galerie, in Buchform mit Texten aber vor allem Relief Bildern, die man spüren bzw. fühlen kann, näher bringen.

Ich denke mir immer, wenn ich es nicht mache, dann wird es auch kein anderer tun. Außerdem darf man nicht die Augen verschließen vor dem, was vor unserer Haustür in Wien alles so passiert. Auch hier ist Hilfe nötig und es sollten Projekte umgesetzt werden. Dies ist ein Antrieb für mich. Und wenn ich nach einem meiner Projekte sehe, was dadurch dann wirklich alles möglich geworden ist, dann ist die Freude umso größer.

Gibt es ein langfristiges Projektziel bei Fund Art?

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Kurator und Fund Art-Gründer Michael Schmidt-Ott (Foto: Schmidt-Ott)

Ich werde weiterhin verschiedene soziale Projekte umsetzen. Ob es wieder eine Auktion sein wird, weiß ich noch nicht. Bei diesem Projekt habe ich von den 174 teilnehmenden Künstlern alleine über 160 persönlich besucht. Das ist einfach ein sehr großes Projekt und bedarf einer langen Vorbereitungszeit, ich habe alleine knapp 10 Monate Arbeit in diese Auktion gesteckt. Aber es macht einfach auch riesigen Spaß, an so einem Projekt zu arbeiten.

Außerdem sind wir gerade dabei die nächste Aktion im Hospiz Rennweg zu planen: eine Polsterschlacht. Hier haben Prominente und Designer Kopfpolster gestaltet und diese werden dann an einem großen Gala-Abend im Hospiz der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Sollte dieses Projekt ein Erfolg sein, so sind weitere Kooperationen u. a. mit Schriftstellern oder Wissenschaftlern, die sich dann mit dem Thema Hospiz auseinander setzen, angedacht.

Aber meine Liebe und Verbundenheit zur Kunst und Kultur wird sich sicher auch in den nächsten Projekten widerspiegeln. Fund Art wird sich weiterhin mit sozialen Projekten, die immer wieder eine Verbindung zur Kultur haben, beschäftigen.

Als „Netzknüpfer“ zwischen sozialen Projekten und der Öffentlichkeit engagieren Sie sich vor allem im Bereich der Kultur, welche Geschichte verbindet Sie persönlich mit der Kunst?

Ich bin mit Kunst aufgewachsen. Sonntags war bei uns Museums Tag und meine Eltern haben uns sehr früh mit der Kunst in Verbindung gebracht. Ich habe bereits in jungen Jahren die bedeutenden Messen wie die Art Cologne und die TEFAF in Maastricht besucht und auch heute bin ich noch auf diesen Messen anzutreffen.

Kunst war immer um mich herum und hat sicher einen großen Einfluss auf mein Leben gehabt. In Wien lebe ich natürlich in einer Stadt, die eine große kulturelle Geschichte und Bedeutung hat, die Ausstellungen in der Albertina, dem MUMOK, dem Leopold Museum, dem Belvedere und vielen anderen. Aber auch in Galerien wie Krinzinger oder nächst St. Stephan sind so vielfältig und von so großer Qualität, daß ich mit Freude in dieser Stadt lebe.

Kunst und Gesundheit, wer nimmt auf wen Einfluss oder ist es eine Symbiose?

Ich denke, daß die Kunst einen großen Einfluss auf unser Wohlergehen hat. Wenn es mir nicht so gut geht, gibt es gewisse Bilder, die ich nur ansehen muss, und schon verspüre ich eine innere Freude. Kunst kann, viel mehr als sie es bisher tut, unser Wohlempfinden beeinflussen und daher denke ich auch, daß sie eine Wirkung auf unsere Gesundheit haben kann.

Was kann Kunst für das heutige Gesundheitsverständnis tun?

Kunst hat die Aufgabe und die Freiheit sich mit allen Themen unseres Lebens auseinander zu setzen. Negative wie positive Einflüsse lassen die Künstler in ihren Arbeiten sehen. Ob das Gesundheitsverständnis von der Kunst beeinflusst werden kann, weiß ich nicht genau. Aber ich denke, daß es durch die Kunst die Möglichkeit gibt, sich mit allem Themen auseinander zu setzen. Warum dann nicht auch mit dem Gesundheitsverständnis.

Das CS Hospiz Rennweg auf einen Blick

Das CS Hospiz Rennweg umfasst sechs Einrichtungen unter einem Dach: Beratungsstelle, Mobiles Palliativteam, Palliativstation, Hospizteam der Ehrenamtlichen, Roter Anker und Begleitung in der Trauer. Das CS Hospiz Rennweg wird in Kooperation mit dem Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern Wien geführt.

Autorenschaft: DI Julia Dorninger, Diplomingenieurin der Architektur und Künstlerin, in Abstimmung mit Michael Schmidt-Ott, Kurator und Fund Art-Gründer (Stand: Jänner 2015)

Weiterführende Informationen

www.fund-art.com