H2-Atemtest

Unter Lebensmittelunverträglichkeiten wird die Gesamtheit der Beschwerden zusammengefasst, die nach dem Konsum von Lebensmitteln einhergehen. Bei Verdacht auf eine Unverträglichkeit gegen Laktose oder Fruktose, kann ein H2-Atemtest ein eindeutiges Ergebnis bringen.

Ein Gastartikel von Ursula Wieser, BSc, Diätologin

(Foto: Thinkstock, Okea)

Nur ein geringer Teil der Unverträglichkeiten ist immunologisch vermittelt und somit den Lebensmittelallergien zuzuordnen. Die Häufigkeit einer Lebensmittelallergie wird auf 2-5% in der Gesamtbevölkerung geschätzt.

Wenn eine Reaktion auf ein Nahrungsmittel nicht immunologisch vermittelt wird, bezeichnet man dies als Lebensmittelintoleranz. Diese kommen häufiger vor als vermutet. 10-20% der westlichen Bevölkerung leiden an einer Lebensmittelintoleranz. Symptome wie anhaltender Durchfall, Bauchkrämpfe, Blähungen, Übelkeit, Brechreiz oder ein nach dem Essen auftretendes Völlegefühl können ein Anzeichen für eine solche Intoleranz sein.

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Ursula Wieser (Foto: Herbert Potzmann)

Bekannte Intoleranzen

Zwei der bekanntesten Intoleranzen sind die Laktoseintoleranz und die Fruktosemalabsorption.

Eine Laktoseintoleranz kennzeichnet sich durch einen Enzymdefekt. Betroffene sind aufgrund einer fehlenden oder verminderten Aktivität des Enzyms Laktase nicht in der Lage, den mit der
Nahrung zugeführten Milchzucker adäquat aufzuspalten und somit zu resorbieren.

Bei einer Fruktosemalabsorption liegt ein Defekt des GLUT-5-Transportsystems vor, welcher sich in einer eingeschränkten Resorptionskapazität für Fruchtzucker äußert. Die verminderte Transportkapazität von GLUT-5 kann angeboren oder erworben sein.

Verdacht auf eine Unverträglichkeit

Bei Verdacht auf eine Unverträglichkeit gegen Laktose oder Fruktose bzw. wenn man unter einem oder mehreren der folgenden Symptome leidet, kann ein H2-Atemtest ein eindeutiges Ergebnis bringen.

  • Abklärung unklarer Durchfälle
  • Abklärung unklarer Blähungen, Meteorismus, Flatulenz
  • Abklärung von Übelkeit, postprandialem Völlegefühl und anderer uncharakteristischer abdomineller Beschwerden
  • Verdacht auf bakterielle Fehlbesiedlung des Dünndarms

Wie der H2-Atemtest funktioniert

Bei dem Test bekommt man auf nüchternen Magen eine definierte Menge an Laktose oder Fruktose, in Wasser aufgelöst, zu trinken. Bei einer Intoleranz wird der Stoff nicht oder nur teilweise im Körper aufgenommen. Der Rest wird von Darmbakterien abgebaut. Dabei entsteht Wasserstoff (H2). Dieser Wasserstoffwert wird mittels eines speziellen Testgerätes über die Ausatemluft gemessen. Es werden insgesamt 7 Messungen im Abstand von je 15 bzw. 30 Minuten durchgeführt.

Dieses Verfahren ist wenig belastend, einfach in der Durchführung und das Ergebnis hat eine hohe Aussagekraft. Jedoch erfordert es ein gewisses Maß an Vorbereitung vor sowie Mitarbeit während der Untersuchung.

Bei positivem Testergebnis empfiehlt sich eine gezielte Ernährungsberatung, um die Betroffenen über Lebensmittel, auf die sie besser verzichten sollten, aufzuklären. Ziel ist es, Beschwerden zu minimieren und somit einen positiven Effekt auf die Lebensqualität zu erreichen.

Weiterführende Informationen

Autorenschaft: Ursula Wieser, BSc, Diätologin (Stand: Jänner 2016)