Genetische Beratung

Seit Juni 2014 bietet das Darmgesundheitszentrum im St. Josef-Krankenhaus eine eigene genetische Beratung bei Kolorektalkarzinomen an; mit dem Ziel der Abklärung eines erhöhten familiären Risikos bei Patienten und Angehörigen.

OA Dr. Philip de Maré (Foto: St. Josef Krankenhaus)

„In den letzten Jahren haben die Erkenntnisse über die Rolle der Genetik in der Tumorentstehung deutlich zugenommen“ informiert der interimistische Leiter des Darmgesundheitszentrums im St. Josef-Krankenhaus OA Dr. Philip de Maré. „Um dieser Entwicklung gerecht zu werden, bieten wir mit Juni 2014 eine eigene genetische Beratung bei familiären kolorektalen Krebs-Syndromen an.“ Kolorektal bedeutet, das Colon (d. h. Darm) und das Rektum (d. h. Mastdarm, Verbindung zum Anus) betreffend.

Bis zu 25% familiäre Häufung

„Bei zwei Formen können wir die Mutation nachweisen: beim HNPPC (hereditäres nicht polypöses kolorektales Karzinom) und bei der FAP (familiäre Polyposis coli). Das sind 5 % aller Kolorektalkarzinome, wobei in bis zu 25% eine familiäre Häufung besteht“, klärt OA Dr. Philip de Maré auf.

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Dr. Philip de Maré (Foto: St. Josef Krankenhaus)

„Darüber hinaus wird in einem beratenden Gespräch herausgefiltert, ob beim Patienten selbst oder beim Angehörigen ein erhöhtes familiäres Risiko besteht. Hier ist vor allem die genaue Familienanamnese von Bedeutung. Falls bestimmte Kriterien wie z. B. ein junges Erkrankungsalter beim Betroffenen selbst oder beim Verwandten ersten Grades bzw. ein spezieller histologischer Aufbau des Tumors vorliegen, wird dem weiter nachgegangen. Nach Auswertung von Blutproben in einem Molekulargenetischen Institut können mögliche Mutationen im Genom (d. h. Erbgut) nachgewiesen werden.“

Ganzheitliche Betreuung im Darmgesundheitszentrum

Gastroenterologie, Internistische Onkologie, Chirurgie, Pathologie, Onkologische Pflege, Radio-Onkologie, Stoma-Therapie, Radiologie, Klinische Psychologie, Ernährungsberatung, Palliativmedizin, Komplementär-Medizin: Im Darmgesundheitszentrum des St. Josef-Krankenhauses erfahren die Patienten eine ganzheitliche und umfassende Versorgung entsprechend der Vorgaben der Deutschen Krebsgesellschaft. Darüber hinaus kann durch das angegliederte SDS-Gesundheitszentrum neben der medizinischen und pflegerischen Betreuung auch eine komplementärmedizinische Behandlung oder spezielle Kurse für onkologische Patienten angeboten werden.

Weiterführende Informationen

Autorenschaft: Mag. Katharina Tentschert, Publizistin im Bereich Gesundheitskommunikation, in Abstimmung mit OA Dr. Philip de Maré, Leiter des Darmgesundheitszentrums im St. Josef-Krankenhaus (Stand: Mai 2014-März 2016)