Gesang

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Faszinierendes Zusammenspiel: Wer singen lernt, geht auf Entdeckungsreise. Denn am Anfang der Wohlklänge steht das Kennenlernen des Instrumentes und das sind wir selbst.

Ein Gastartikel von Claudia Bettina Wadlegger

Körperarbeit und Atemübungen sowie Achtsamkeitsübungen bilden dabei eine wichtige Grundlage für den Gesang. Der Körper als wunderbares Instrument bietet Rahmenbedingungen, wie es sie kein zweites Mal gibt, jeder Mensch hat seine eigene Physionomie und daher auch seinen eigenen Klang.

Während die Atemübungen einerseits der Stütze der Töne dienen, sind sie andererseits auch ein Faktor, der im Bereich der Psychologie nicht zu unterschätzen ist. In der Meditation (u. a. bei Yoga, zur Konzentration vor Auftritten oder Prüfungen und als innere Reise) oder in vielen Sportarten (wie z. B. Tanz, Kampfsport, Schwimmen, Radfahren, Laufen etc.) wird auf den Atem geachtet, da dieser den Gemütszustand und die damit einhergehenden körperlichen „Einstellungen“ (d. h. den Grad der Anspannung der Muskeln, Blutdruck, Puls etc.) unserer Körperteile beeinflusst.

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Claudia Bettina Wadlegger (Foto: Manuela Larisseger)

Umgekehrt haben auch unsere Körperhaltung und unsere Gefühlslage Einfluss darauf, wie wir klingen. Das kennt man aus dem Alltag, wenn man seinen Standpunkt klar macht, etwas aufgewühlt oder ängstlich ist bzw. sich sehr freut: Die Stimme spiegelt dies wieder, ebenso wie die Körperhaltung.

Signale des Körpers erkennen

Damit man mit den Atemübungen und der Körperarbeit bewusst umgehen kann, ist es notwendig, Signale des Körpers zu bemerken und ihnen genügend Aufmerksamkeit zu schenken, um darauf reagieren zu können.

Körperübungen, Lockerungs- und Entspannungsübungen, technische Gesangsübungen, Gehör- und Resonanz- sowie Achtsamkeitsübungen wechseln daher im Unterricht ab oder werden miteinander verbunden, wobei Hilfsmittel wie Akupressur-Matte, Klangschalen und Gymnastikball zum Einsatz kommen, um eine körperliche Entspannung und lockere, freie Arbeit mit der Stimme zu ermöglichen.

Geübt wird dabei einerseits das Singen, andererseits jedoch auch, sich bewusst in einer Gefühlslage zu befinden und ihren körperlichen und geistigen Facettenreichtum zu entdecken. Der Text eines Liedes oder eine von mir erzählte Geschichte versetzt die Schüler in eine Emotion.

Es stellen sich innerlich die Fragen:

  • In welcher Situation befinde ich mich?
  • Wer bin ich und mit wem spreche ich?
  • Wie ist das Verhältnis zu dieser Person und zu dieser Situation und was möchte ich ausdrücken.

Zwei praktische Beispiele dazu wäre:

  • An einem Strand in der Nacht findet eine Liebeserklärung statt. Der Schüler gesteht seiner Liebsten seine Emotionen und diese ist ebenfalls in ihn verliebt. Anfänglich verunsichert, wird seine Stimme durch die Bestätigung sicherer und fröhlich.
  • Auf der Straße versucht ein Mann eine Handtasche zu stehlen. Der Schüler ist aufgebracht und ruft nach Hilfe. Der Räuber bekommt die Beute nicht und der Schüler beruhigt sich selbst und die Besitzerin der Handtasche.

Klangschalen als Therapie

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Claudia Bettina Wadlegger und Michelle Abert (Foto: Gerald Naber)

Die Vibrationen der Klangschalen (Therapieschalen von Peter Hess) helfen beim Spüren und bei der Bewusstmachung von Muskulatur und Resonanzräumen. Dies ist wichtig, um gezielt verschiedene Klangfarben erzeugen zu können und Lautstärke der Stimme durch Atmung und Nutzung der Resonanzräume zu erlangen, statt die Stimme und die Artikulatoren zu überanstrengen. Bei Mediationen finden Klangschalen ebenfalls Verwendung, um in einen entspannten Zustand zu gelangen.

Meine Ausbildung als Klangschalenmassagepraktikerin habe ich bei Peter Hess gemacht, Meditationen zu schreiben und zu führen habe ich bei Dr. Andrea Pach gelernt.

Die Schalen bestehen aus verschiedenen Metallen und jede hat ihre eigene Zusammensetzung, ein gewisses Gewicht, eine Dicke der Wände und des Bodens und natürlich eine gewisse Größe. Je nachdem wie die Schale gebaut ist, klingt und vibriert sie. Klangschalen verhalten sich anders als die meisten Instrumente, bezüglich des Zusammenklangs der Teiltöne der Obertonreihe, was auf das Gehirn eine entspannende Wirkung hat.

Nähere Informationen unter

www.crackthefiresister.net
www.klangmassage-therapie.at
Artikel von Wolfgang Saus zu Obertönen 

Autorenschaft: Claudia Bettina Wadlegger, Ausbildung als Klangschalenmassagepraktikerin bei Peter Hess, Meditationen bei Dr. Andrea Pach (Stand: Juni 2016)