Faszination Triathlon

Schwimmen, Radfahren und Laufen: Ein Triathlon ist eine enorme Herausforderung. Aber warum tut man sich das an? Was die Faszination ausmacht, verrät Nicole Eberth, die 2011 in ihre erste Triathlonsaison gestartet ist.

Niki Eberth (Foto_ privat)

15 Jahre Tennismeisterschaften, Badminton und Volleyball: Nicole Eberth hat seit ihrer frühen Kindheit schon immer gerne Sport gemacht. „2010 habe ich aufgrund anhaltender Wirbelsäulenprobleme den Tennisschläger an den Nagel hängen müssen. Und habe dann einmal sportlich rein gar nichts gemacht“, verrät die ausgebildete Skilehrerin. „Nur keinen Sport machen und dann trotzdem gut und gerne essen, das bedeutet natürlich ein paar Kilos plus auf der Waage.“ Dazu kam noch ein sportbegeisterter Freund, der sich Sport lieber im Fernsehen angesehen hat, als ihn selbst auszuüben.

Runter von der Couch

„Jeder, der in einer Beziehung ein Problem hat, fängt zu Laufen an und rennt seinen Problemen davon“, war die Meinung von Nicole Eberths Mutter. Und sie hatte damit nicht ganz Unrecht: Der fernsehbegeisterte Freund gehörte bald der Vergangenheit an und Nicole Eberth ist sportlich und voll motiviert in ihr neues Leben gestartet: „Nachdem einige Freunde bereits seit Jahren Triathlon trainieren, hat mich das schon immer fasziniert und eines Abends hab ich mir in den Kopf gesetzt, dass ich jetzt auch damit starten werde! Ich wollte ganz einfach wieder fitter werden.“

Der Startschuss ist gefallen

„Im September 2011 habe ich meinen ersten Trainer kontaktiert und beschlossen, mich mit seiner Hilfe auf die erste Triathlonsaison vorzubereiten. Dann habe ich mich gleich für meinen ersten Triathlon am Römersee im Sommer 2012 angemeldet“, so Nicole Eberth. „Ich konnte mir damals kaum vorstellen, die drei Sportarten hintereinander zu bewältigen: 750m Schwimmen, 20km Radfahren und 5km Laufen erschienen mir unglaublich weit!“

Trainieren mit Gleichgesinnten hilft

Doch als Mitglied des „Tri Team Pöttsching“ hat sie von Anfang an mit einer Gruppe Gleichgesinnter trainiert. „Auf einmal hat sich das Ganze nicht mehr ganz so verrückt angefühlt. Denn: Wenn 20 andere das auch noch machen, dann wird es schon nicht so wild sein“, erklärt Nicole Eberth. Im Feber 2012 hat sie dann erstmals ihren zweiwöchigen Urlaub in einem Triathlon-Trainingscamp der Sportordination in Fuerteventura verbracht. Da war das Feuer für Triathlon endgültig entfacht.

„Für mich ist ein Trainingscamp Urlaub mit Freunden. Zwei Wochen trainieren ohne nebenbei 40 Stunden arbeiten zu müssen; zwei Wochen ein so genanntes Profi-Leben führen. Ich fliege heuer wieder zwei Wochen nach Fuerteventura und kann dort wertvolle Radkilometer sammeln. Im Vergleich zu den daheimgebliebenen Teamkollegen hab ich dann schon über 1.000 Radkilometer mehr in den Beinen. Und das ist hoffentlich für mich ein Vorteil für die kommende Saison!“

Intensives Training als Wettkampfvorbereitung

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Nicole Eberth (Foto: privat)

14 bis 16 Trainingsstunden pro Woche an 6 von 7 Tagen, 1- bis 2-mal täglich: Das sind die Eckdaten einer Belastungs-Trainingswoche von Nicole Eberth. „Ich bekomme jede Woche einen neuen auf mich persönlich abgestimmten Trainingsplan von meinem Trainer. Ich habe immer drei Belastungswochen und dann eine Entlastungenswoche (ca. 8 bis 10 Trainingsstunden), damit sich mein Körper wieder ein wenig erholen kann.“

Im Herbst bzw. Winter werden dann viele Grundlagen trainiert (d. h. lange langsame Trainingseinheiten.) Im Frühling und Sommer kommen die „harten“ Trainingseinheiten wie z. B. Laufintervalle hinzu. „Wenn ich bei einem Sprint bzw. Olympischen Triathlon starte, versuche ich in der letzten Woche vor dem Wettkampf viele kurze, aber sehr intensive Trainingseinheiten zu machen, um meinen Körper auf den Wettkampf optimal vorzubereiten. Das heißt, ihn mit der Stresssituation vertraut zu machen“, informiert die begeisterte Triathletin.

Sich mit dem Schmerz „unterhalten“

Mentale Unterstützung benötigt Nicole Eberth nicht wirklich. „Ich bin mental sehr stark und kann mit meinem inneren Schweinehund sehr gut umgehen. Natürlich unterhält man sich mit anderen Triathleten über mentale Wettkampfstrategien und überlegt sich schon vor dem Wettkampf, was man machen wird, wenn es „weh tut“ – und irgendwann im Wettkampf kommt der Schmerz bei jedem vorbei. Ein Freund hat mir einmal geraten, mich mit dem Schmerz zu „unterhalten“ und ihn zu „begrüßen“, wenn er vorbeikommt. Und das hab ich dann auch gemacht und konnte „ihn“ überreden, wieder zu gehen.“

Trainingseffekt abseits von Medaillen

Nachdem alle drei Sportarten trainiert werden müssen, ist das Triathlontraining ein abwechslungsreiches Ganzkörpertraining. „Zusätzlich zu den drei Sportarten sollte man auch seine Bauch- und Rückenmuskulatur mit Kraft-Stabilisationsübungen – unter Triathleten auch liebevoll als Stabis bezeichnet – stärken“, erklärt Nicole Eberth.

Tipps für Einsteiger

Wer sich für die Sportart interessiert, dem rät Nicole Eberth:

  • Los, los, los!
  • Holt euch Rat bei erfahrenen Triathleten.
  • Sucht einen Triathlon-Verein bei euch in der Nähe.
  • Macht einen Schwimmkurs.
  • Das wichtigste: Meldet euch für einen kurzen Triathlon an und erzählt so vielen Leuten wie möglich davon! Denn wenn man sich ein Ziel gesetzt hat und alle es wissen, dann kommt auch die Motivation für das Training.

Triathlon auf einen Blick

Bei einem Triathlon werden die Sportarten Schwimmen, Radfahren und Laufen hintereinander absolviert. Es gibt:

  • Sprintdistanz: 750m Schwimmen, 20km Radfahren, 5km Laufen
  • Olympische Distanz: 1,5km Schwimmen, 40km Radfahren, 10km Laufen
  • Mitteldistanz (sog. Ironman 70.3 bzw. Halb-Ironman.): 1.900m Schwimmen, 90km Radfahren, 21km Laufen
  • Langdistanz (sog. Ironman): 3,8km Schwimmen, 180km Radfahren, 42km Laufen

Autorenschaft: Mag. Katharina Tentschert, Publizistin im Bereich Gesundheitskommunikation, in Abstimmung mit Nicole Eberth (Stand: März 2014)