Fasten im Kloster

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Willkommen im Kloster Pernegg (Foto: Ing. Alexander Graffi)

Körper und Geist eine Auszeit gönnen. Sich erholen und regenerieren, das verspricht Heilfasten im Kloster Pernegg. Über seine persönlichen Erfahrungen und warum er die Ausbildung zum Fastenbegleiter absolviert hat, berichtet Ing. Alexander Graffi.

Was waren ihre ersten Gedanken beim Thema Fasten?

Kann das wirklich gut sein?, war mein erster Gedanke. Mehrere Tage auf das Essen zu verzichten, klang völlig unvorstellbar für mich. Was ist mit Hunger? Wie reagiert mein Körper? Halte ich das überhaupt aus? Das ging mir durch den Kopf.
Doch meine Neugier hat gesiegt und ich habe es ausprobiert – im Kloster Pernegg im Waldviertel. Der 3. Tag war dann auch echt mühsam und ich schloss einen Abbruch nicht aus. Aber dann fühlte ich mich von Tag zu Tag besser, leichter, freier, gesünder. Und ich wollte gar nicht mehr aufhören.

Was unterstützt beim Durchhalten?

Die Gemeinschaft und die Gespräche mit meinen MitfasterInnen im Kloster Pernegg haben mich gestärkt und mir geholfen, zu mir zu kommen. Meine Gedanken waren plötzlich so klar: Ich habe anstehende Entscheidungen so überzeugt wie noch nie getroffen. Meine Kraft und Energie sind gestiegen und gestiegen – ganz entgegen meinen Erwartungen.

Ist das Kloster Pernegg ein besonderer Platz? Ein guter Platz zum Fasten?

Der Ort „Kloster Pernegg“ hat mich berührt und ist sicher ein besonderer Kraftplatz. 1153 als Frauenkloster gestiftet, liegt es am Rand eines ausgedehnten Waldstückes auf einem Felsen bei Horn im Waldviertel. Die alten Mauern inspirieren und vermitteln Geborgenheit. Die ausreichend zweckmäßig ausgestatteten Zimmer fördern das Wohlfühlen und Loslassen.

Was hat sich bei Ihnen nach der ersten Fastenerfahrung verändert?

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(Foto: Ing. Alexander Graffi)

Vorerst schien es mir unmöglich, doch die Erfahrung hat mich überzeugt: Freies, leichtes Denken, beeindruckende körperliche Regenerierung und eine tief gehende innere Bereicherung. Zu Erkennen, was persönlich gerade wirklich wichtig ist, um falsche Wege loslassen zu können. Ich war selbst von der umfassenden Wirkung des Fastens beeindruckt.

Als ich vom Fasten zurück nach Hause gekommen bin, habe ich mir gedacht: „So muss Urlaub wirken – erholt, erleichtert, gestärkt und geklärt in den Alltag zurück zu kommen!“. Und ich konnte meine Begeisterung für das Fasten nicht mehr für mich behalten. Also habe ich eine Ausbildung zum Fastenbegleiter im Jahr 2001 absolviert und begleite seitdem selbst Fastenkurse im Kloster Pernegg.

Inzwischen kann ich behaupten, vielen Menschen das Fasten näher gebracht zu haben und weiß, dass Fasten immer mehr zum fixen Bestandteil in deren Leben geworden ist. In meinen Kursen ist das „Zur Ruhe kommen“ einer der zentralen Punkte: Ein lockeres Programm und genug Zeit für sich, und trotzdem der Rückhalt einer Gruppe und interessante Programmangebote.

Es gibt ja unterschiedliche Fastenmethoden. Was haben sie alle samt gemein? Was zeichnet Heilfasten aus?

Gemeinsam sind eine Kalorienreduktion und Förderungsmaßnahmen zur Entgiftung. Beim Buchingerfasten gibt es nur flüssige Ernährung (Wasser, Kräutertee, Fruchtsaft und Gemüsebrühe). Wichtig sind regelmäßige Bewegung und Maßnahmen zur Unterstützung der Entgiftung (Leberwickel, Darmreinigung, Schwitzen). Die Methoden im Kloster Pernegg

Wie finde ich die Fastenmethode, die am besten zu mir passt?

Die Buchinger-Methode ist ideal für alle gesunden Menschen, denn sie wirkt sehr tiefgehend und intensiv. Wenn man Medikamente benötigt oder gesundheitlich sehr angeschlagen ist, empfehle ich die milderen Formen wie Basenfasten oder Veganfasten.

Gibt es Menschen, denen Sie vom Fasten abraten?

  • Schwangere
  • Minderjährige
  • Untergewichtige
  • bei Diabetes Typ I
  • bei Depressionen
  • bei psychischen Erkrankungen
  • bei Mangelerscheinungen

Im Zweifelsfall immer mit dem Hausarzt abklären.

Fasten – Urlaub für die Seele: Mag. Susanne Maier berichtet vom Trend des Fastens und warum sie jedes Jahr aufs Neue in das Kloster Pernegg fährt.

„Für mich war es bereits das 2. Mal, dass ich in Pernegg gewesen bin. Eine Wiederholungstäterin sozusagen; aber von ganzem Herzen. Es ist für mich auch nicht das Abnehmen an erster Stelle – ist natürlich ein feiner Nebeneffekt. Für mich steht die Ruhe, Einkehr, das zu sich kommen und wiederfinden an oberster Stelle. Und das gelingt mir meist schon am zweiten Tag. Es ist die Stille dort oben, das Loslassen können vom Alltag, Beruf und das Wiedererlernen des In-sich-Reinhören können.

Da gibt es einerseits diese mystische Klosterumgebung, es gibt die Einsamkeit in der Natur drum herum, es gibt aber auf der anderen Seite auch ein großes Gemeinschaftsgefühl in der Gruppe, die ich besonders bei meinem 2. Aufenthalt sehr genossen habe. Denn klar ist nicht jeder Tag einfach, so nur mit Tee, Saft und Suppe. Aber die Tatsache, dass es allen gleich geht, macht es einfach. Ja und so simpel ist es auch und nicht mehr.

Ich kann zum gesundheitlichen Aspekt nicht viel sagen, da gibt es ja genug Meinungen, aber fest steht, mir tut es gut. Ich bin danach viel länger tiefenentspannt und ausgeglichen. Und es hat auch jeder aus der Gruppe, den beiden Gruppen, am Ende von einer durchaus positiven Veränderung gesprochen und ein wenig eine entspanntere Sicht auf die Welt um uns bekommen. Also, ich werde es wieder tun!“

Weiterführende Informationen
Kloster Pernegg
Ing. Alexander Graffi

Autorenschaft: Mag. Katharina Tentschert, Publizistin im Bereich Gesundheitskommunikation, in Abstimmung mit Ing. Alexander Graffi, Fastenbegleiter, und Mag. Susanne Maier (Stand: Feber 2015)