Reisetipp: Hygiene

Durchfallerkrankungen zählen bei Kindern zu den häufigsten Gesundheitsstörungen im Urlaub. Der wichtigste Schutz vor Viren, Bakterien oder andere Durchfallerreger ist Hygiene, klärt Kinderärztin Dr. Kathrin Loranth im Interview auf.

Wann spricht man von Durchfall?

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(Foto: Thinkstock, jorgeantonio, iStock)

Von Durchfall oder Diarrhoe spricht man, wenn häufiger als dreimal am Tag ungeformte, breiige oder wässrige Stühle auftreten. Die Ursache des Durchfalls liegt zumeist an einer Entzündung oder Infektion des Darms und kann auch mit Erbrechen und hohem Fieber verbunden sein.

Was sollen Eltern von Säuglingen bzw. Kleinkindern beachten?

Betrifft der Durchfall Kleinkinder oder Säuglinge sollten Eltern möglichst rasch einen Arzt aufsuchen, denn der Flüssigkeits- und Salzverlust ist bei Säuglingen und Kleinkindern – bezogen auf das Körpergewicht – überproportional hoch; vor allem wenn zum Durchfall noch Erbrechen und Fieber hinzukommen. Frühe Hinweise auf einen kritischen Flüssigkeitsverlust durch Durchfall sind ein Gewichtsverlust und ein Einsinken der Fontanellen. Säuglinge unter drei Monaten sollten in jedem Fall stationär behandelt werden!

Was raten Sie Eltern von Schulkindern bei einer Durchfallerkrankung?

Bei einer schweren Durchfallerkrankung im Schulalter ist ärztliche Überwachung oder die Krankenhausaufnahme erforderlich, um mit Infusionen einer Bewusstseinstrübung entgegenwirken zu können. Mittels Laborwerten und Stuhlproben sollten Ursachen (z. B. Allergie, chronische entzündliche Darmerkrankung) abgeklärt werden.

Welche so genannten „Hausmittel“ helfen bei Durchfall?

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Zum Schutz vor Durchfall am Urlaubsort rät Dr. Kathrin Loranth zu Hygiene – vor allem Händewaschen. (Foto: Wilke)

Wichtig ist Flüssigkeitszufuhr (Tee auch mit Traubenzucker, Wasser) und bei milden Verlaufsformen kann mithilfe einer Elektrolyt-Glukose-Mischung aus der Apotheke der Flüssigkeits- und Salzverlust ausgeglichen werden. Ein beliebtes Hausmittel gegen Durchfall sind geriebene Äpfel oder Karotten, weil die darin enthaltenen Pektine dazu beitragen, die Verdauung zu beruhigen. Auch Haferschleimsuppe kann verabreicht werden. Cola und Salzstangerl sind bei Kindern nicht geeignet!

Wie kann man gerade im Urlaub eine Durchfallerkrankung vermeiden?

Durchfallerkrankungen zählen zu den häufigsten Gesundheitsstörungen des Kindes im Urlaub. Der wichtigste Schutz vor Viren, Bakterien oder andere Durchfallerreger ist Hygiene – vor allem Händewaschen! Ebenso kann das Erkrankungsrisiko minimiert werden, wenn Eltern rechtzeitig Maßnahmen zur Vorbeugung ergreifen, wie bespielweise

  • Impfungen gegen Rotavirus, Hepatitis A und B, Typhus, Cholera
  • Keine rohen Speisen (insbesondere Fleisch und Fisch) verzehren.
  • Obst und Salat waschen bzw. schälen.
  • Kein Leistungswasser trinken. Vorsicht: Eiswürfel, Zähneputzen!
  • Speiseeis und Milchprodukte meiden

Was sollen Eltern in der Reiseapotheke mitnehmen?

Neben Dauermedikamenten des Kindes sollten Mittel gegen Elektrolyt- und Mineralstoffmangel bei Reisedurchfall und Reiseübelkeit ebenso Mittel gegen Erkältungen, Fieber, Sonnenbrände und Schmerzen eingepackt werden. Auch Fieberthermometer, Pinzette, Desinfektionsmittel und Verbandszeug dürfen in einer Reiseapotheke nicht fehlen. Sonnenschutzmittel und Insektenschutz sollte nach Bedarf mitgenommen werden. Nasentropfen im Handgepäck bei Flügen (Druckausgleich) sind empfehlenswert. Die Abklärung notwendiger Impfungen für Ihr Kind zur Einreise in bestimmten Ländern ist unbedingt erforderlich, um Erkrankungen vorzubeugen. Hier informiert Sie Ihr Kinderarzt gerne.

Kontakt

Dr. Katrin Loranth

Autorenschaft: Mag. Katharina Tentschert, Publizistin im Bereich Gesundheitskommunikation, in Abstimmung mit Dr. Kathrin Loranth, Kinderärztin (Stand: Juni 2014)