7 Tipps: Reiseapotheke

Was gehört hinein? Was gilt es bei der Urlaubsvorbereitung zu beachten? Was sollen vor allem chronisch kranke Menschen beim Reisen beherzigen? Apotheker Mag. Christoph Samitsch hat die wichtigsten Informationen für Sie zusammengestellt; inkl. einer Liste für die Reiseapotheke.

Tipp 1: Planen Sie Ihren Urlaub nach Ihren persönlichen Bedürfnissen und Ihrem aktuellen Gesundheitszustand.

healthBOXnews_Fotocredit_Thinkstock_Fotograf_scanrail_Kollektion_iStock

(Foto: Thinkstock, scanrail, iStock)

Schon bei der Wahl des Urlaubsortes und der Art der Anreise, sollte man die persönlichen Bedürfnisse – gerade bei einer chronischen Erkrankung – in den Mittelpunkt der Urlaubsplanung stellen. Wie sind die klimatischen Bedingungen am Urlaubsort? Wie anstrengend ist die Anreise? Hier kann Ihnen Ihr behandelnder Arzt – in Hinblick auf Ihren aktuellen Gesundheitszustand – weiterhelfen. Auch bei der Zusammenstellung und Ausstattung einer Reiseapotheke muss man das gewählte Urlaubsland und vor allem die persönlichen Bedürfnisse berücksichtigen.

Tipp 2: Beachten Sie bei Fernreisen rechtzeitig die Reiseinformationen inklusive Vorsorgeplan.

Besorgen Sie sich rechtzeitig in der Vorbereitung für eine Fernreise Reiseinformationen inklusive Vorsorgeplan für etwaige Schutzimpfungen beim Apotheker Ihres Vertrauens. Heimische Apotheken haben ein tagesaktuelles Reiseinformationsprogramm aufliegen mit beispielsweise einer maßgeschneiderten Malariaprophylaxe.

Tipp 3: Lassen Sie Ihren Impfschutz überprüfen.

Lassen Sie bei Ihrem nächsten Apothekenbesuch die Dauer Ihres Impfschutzes überprüfen. Bitte nehmen Sie dafür Ihren Impfpass mit.

Tipp 4: Planen Sie keine Apothekenbesuche im Ausland ein.

Sprachliche Barrieren können schon bei einem Urlaub innerhalb Europas einen Apothekenbesuch erschweren. Vor allem wenn man auf der Suche nach einem wirkstoffgleichen Präparat ist. Darüber hinaus gibt es z. B. in Asien und Afrika oft Probleme mit gefälschten Medikamenten, die bestenfalls keine Wirkung haben.

Tipp 5: Nehmen Sie Medikamente in ausreichender Menge mit.

healthBOXnews_Christoph_Samitsch Kopie

Apotheker Mag. Christoph Samitsch (Foto: privat)

Grundsätzlich darf man Medikamente für den privaten Bedarf in einer, der Dauer der Reise angemessenen Menge mitnehmen. Diese Dauer ist von den meisten Staaten mit drei Monaten begrenzt. Gerade für chronisch kranke Patienten ist es wichtig, Medikamente immer in ausreichender Menge mitzunehmen. Bitte planen Sie auch immer Verspätungen, Flugausfälle oder mögliche Umbuchungen ein! Bitte besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt bei Zeitverschiebungen den Einnahmerhythmus und die Dosisanpassung. Auch sollte die UV-Sensibilisierung bei Dauermedikamenten wie z.B. der Pille überprüft werden, um Hautirritationen aufgrund der vermehrten UV-Einwirkung zu vermeiden.

Tipp 6: Haben Sie mehrsprachige Atteste für die Mitnahme von rezeptpflichtigen Medikamenten immer bei sich.

Menschen mit einer chronischen Erkrankung wie z. B. Diabetiker, die rezeptpflichtige Medikamente und Injektionsnadeln mit sich führen müssen, sollten immer neben ihrem Diabetikerausweis ein mehrsprachiges Attest Ihres behandelnden Arztes mit dabei haben. Bitte passen Sie gerade bei Reisen nach Singapur und in die Vereinigten Arabischen Emirate auf: Codeinhältige Hustensäfte, Schlafmittel oder Muskelrelaxantien könnten Probleme verursachen. Jene Medikamente sind rezeptpflichtig. Bitte fragen Sie Ihren verschreibenden Arzt nach einem mehrsprachigen Attest und tragen Sie es immer griffbereit bei sich.

Tipp 7: Erkundigen Sie sich bei der Fluggesellschaft über die Mitnahme von Medikamenten im Handgepäck.

Wenn Sie während der Reise Medikamente benötigen, erkundigen Sie sich bitte im Vorfeld bei der Fluggesellschaft über die Bestimmungen der Mitnahme von Medikamenten im Handgepäck. Da es in den Frachträumen eines Flugzeuges nie Minusgrade hat, kann man bedenkenlos alle Medikamente, die man während der Reise nicht benötigt, im Gepäck verstauen.

Inhalt einer Reiseapotheke: Empfehlung von Mag. Christoph Samitsch

  • Dauermedikamente
  • Reisekrankheit:, TravelGum, Zintona®
  • Schmerzen, Fieber, Entzündungen: Ibuprofen (ratioDolor®, Eumed®). Für Kinder ibuprofenhältige Säfte oder Zäpfchen
  • Halsschmerzen: Easyangin® oder Tantum Verde® Lutschpastillen, Lemocin®. Für Kinder Junior Angin
  • Husten: Bronchostop® Saft
  • Augentropfen: Bepanthen® Einmal-Augentropfen
  • Allergie: Medikamente auf Basis der Wirkstoffe Desloratadin oder Levocetirzin.
  • Durchfall: Norit (Kohlepräperat in verkapselter Form), Imodium®. Für Kinder Tasectan®
  • Elektrolythaushalt: Normhydral®. Für Kinder Normolyt®
  • Darmflora: Trevis
  • Verstopfung: Guttalax® Tropfen. Für Kinder Microlax®
  • Übelkeit, Erbrechen
  • Wundversorgung: Octenisept Spray®, Bepanthen® plus Creme, Pflaster
  • Insektenschutz: Anti Brumm Forte® bzw. Anti Brumm Naturel
  • Juckende Hautausschläge: Insecticum® Gel
  • Sonnenschutzmittel: (bei Mallorca Akne auf das Verhältnis der Schutzfilter achten!!)
  • Sonnenbrand: Bepanthen® Schaumspray, Aloe Vera Gel
  • Kreislaufmittel: Doskar Tropfen Nr. 16
  • Sportsalbe: Dolobene Gel®, DoloMenthoneurin® Gel
  • Für den kleinen Hunger zwischendurch: einen gesunden Snack wie z. B. Schneekoppe Fruchtschnitten oder Riegelmahlzeiten etc.

Bei Fernreisen:

  •   Venenmittel für den Flug, ggf. Malariaprophylaxe, Breitbandantibiotikum

Kontakt

Apotheke Zur Alten Jägerezeile
1020 Wien, Praterstrasse 66
Telefon: 01/214 01 74
Fax: 01/216 66 99
apo.alte.jaegerzeile@aon.at
Öffnungszeiten: Mo-Fr 8.00-18.00 Uhr, Sa 8.00-12.00 Uhr

Autorenschaft: Mag. Katharina Tentschert, Publizistin im Bereich Gesundheitskommunikation, in Abstimmung mit Mag. Christoph Samitsch, Apotheker (Stand: Juni 2014)