Darmkrebs Selbsthilfe

Die Diagnose Krebs zieht Betroffenen den Boden unter den Füßen weg. Von heute auf morgen ändert sich das ganze Leben – auch für die Angehörigen, wie Helga Thurnher, Präsidentin der Selbsthilfegruppe Darmkrebs, aus eigener Erfahrung weis.

Wissen macht stark, lautet das Motto von Helga Thurnher. „Das gilt nicht nur für die rechtzeitige Vorsorge im Rahmen einer Koloskopie und der Information sowie Unterstützung von Kranken und Angehörigen, sondern auch für das Einholen einer zweiten Meinung. Patienten sollen den Mut haben, auch einen Arzt zu wechseln, wenn sie kein Vertrauen haben oder sich nicht gut betreut fühlen“, rät die Präsidentin der Selbsthilfegruppe Darmkrebs.

Darmkrebs (d. h. bösartige Neubildungen des Dick- und Enddarms) ist mit 13% die dritthäufigste Krebserkrankung beim Mann und mit 11% die zweithäufigste Krebserkrankung bei Frauen. Alleine im Jahr 2011 gab es 4.348 Neuerkrankungen (laut Statistik Austria). „Dabei gehört Darmkrebs zu den wenigen Krebserkrankungen, deren Entstehung man vermeiden kann. Bei einer rechtzeitig durchgeführten Darmspiegelung können so genannte Polypen erkannt und entfernt werden – bevor sie bösartig werden“, informiert Priv. Doz. Dr. Brigitte Kovanyi-Holzer, Fachärztin für Chirurgie.

Angst vor der Zukunft

Foto: SHG-Darmkrebs/Ludwig Schedl

Helga Thurnher (Bild: SHG-Darmkrebs/Ludwig Schedl)

„Die Diagnose Krebs ist für Betroffene ein ‚Keulenschlag‘ und zieht den Boden unter den Füßen weg“, weiß Helga Thurnher, Präsidentin der Selbsthilfegruppe Darmkrebs. Von heute auf morgen ändert sich das Leben: Der Tagesablauf wird von Ärzten, Therapien, Spitalsaufenthalt etc. bestimmt. Die Angst vor der Zukunft wird neuer Wegbegleiter.

„Als Angehöriger sollte man versuchen, den Alltag so gut wie möglich weiterzuführen und den Betroffenen einfach das Gefühl geben, für sie da zu sein“, rät Helga Thurnher Angehörigen. „Gespräche, Hilfestellung, Abwechslung und vor allem Hoffnung-Geben können zu einem positiven Verlauf der Erkrankung beitragen.“ Auch die Beibehaltung der Arbeit ist ein wesentlicher Faktor für die Genesung. Hinweis: Wenn es der Betroffene wünscht, sollte man offen mit ihm über seine Erkrankung sprechen. Ein Totschweigen belastet manche Menschen oft sehr.

Kontakt

Autorenschaft: Mag. Katharina Tentschert, Publizistin im Bereich Gesundheitskommunikation, in Abstimmung mit Helga Thurnher, Präsidentin der Selbsthilfegruppe Darmkrebs, und Priv. Doz. Dr. Brigitte Kovanyi-Holzer, Fachärztin für Chirurgie (Stand: Mai 2014-März 2016)

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