Steuer-Tipps (1. Teil)

Krankheitkosten (inkl. Zahnersatz und Sehbehelfe) können im Rahmen der ArbeitnehmerInnenveranlagung bzw. der Einkommenssteuererklärung steuerlich geltend gemacht werden. Wie das funktioniert, verrät der Wirtschaftstreuhänder und Steuerberater Mag. Kurt Kreith.

(Foto: Thinkstock, fuse)

Ob Arzt- und Krankenhaushonorare, Kosten für Medikamente, Heilbehelfe oder Entbindungen: Wenn so genannte „Krankheitskosten“ anfallen, können diese im Rahmen einer ArbeitnehmerInnenverlagung bzw. Einkommenssteuererklärung für selbstständig Tätige unter dem Punkt „Außergewöhnliche Belastungen mit Selbstbehalt“ geltend gemacht werden. „Wobei ein Kostenersatz durch die gesetzliche Kranken- oder Unfallversicherung, eine freiwillige Krankenzusatzversicherung bzw. Unfallversicherung abzuziehen ist“, betont Mag. Kurt Kreith .

Kurzum: Anfallende Krankheitskosten, die nicht durch die Kranken- bzw. Unfallversicherung oder eine freiwillige Zusatzversicherung (zur Gänze bzw. auch nur teilweise) bezahlt werden, können bei der Steuererklärung geltend gemacht werden.

Was alles z. B. unter Krankheitskosten fällt

  • Arzt- und Krankenhaushonorare
  • Kosten für Medikamente (bei Vorliegen einer ärztlichen Verschreibung jedenfalls abzugsfähig, dies gilt z. B. auch für homöopathische Präparate), Rezeptgebühren, Behandlungsbeiträge (einschließlich Akupunktur und Psychotherapie)
  • Aufwendungen für Heilbehelfe (Gehbehelfe, Hörgeräte usw.)
  • Kosten für den Zahnersatz bzw. die Zahnbehandlung (z. B. Zahnprothese, Krone, Brücke), Kosten für Sehbehelfe (Brille, Kontaktlinsen)
  • Entbindungskosten
  • Fahrtkosten zum Arzt oder ins Spital (Aufzeichnungen über diese Fahrten müssen z. B. mittels Fahrtenbuch geführt werden)
  • Kosten für die im Spital untergebrachte Begleitperson bei Spitalsaufenthalt eines Kindes
  • Kosten einer speziellen Diätverpflegung aufgrund einer Erkrankung

Quelle: BM für Finanzen

„Kurkosten werden nur dann als außergewöhnliche Belastung angesehen, wenn der Kuraufenthalt in einem direkten Zusammenhang mit einer Erkrankung steht und aus medizinischen Gründen notwendig ist,“ erläutert Mag. Kurt Kreith.

Tipp: Erstellen einer Ausgaben-Liste

„Am besten erstellen Sie eine Liste, in der Sie alle Ausgabe zur Gänze auflisten. Dann ziehen Sie die Kostenersätze ab und erhalten die Summe der Gesamtaufwendungen“, empfiehlt der Steuerberater. „Diesen Betrag können Sie dann im Formular zur ArbeitnehmerInnenveranlagung bzw. im Rahmen der Einkommensteuererklärung unter dem Punkt >Außergewöhnliche Belastungen mit Selbstbehalt (Krankheitskosten)< einsetzen. Der Selbstbehalt wird automatisch berechnet. Nur wenn der Betrag der Gesamtaufwendungen über dem errechneten Selbstbehalt liegt, wirken sich die Ausgaben auf die Bemessungsgrundlage der Einkommenssteuer aus.“

Beispiel

600 Euro (Zahnspange des Kinders)
200 Euro (Arztkosten)
100 Euro (Apothekenrechnungen)
_______________________
900 Euro
150 Euro (abz. Kostenersatz durch die Krankenkassa bzw. Zusatzversicherung)
_______________________

750 Euro (Gesamtaufwendungen)

Man kann immer nur die Krankheitskosten geltend machen, die man für sich selbst bzw. die eigenen Kinder bezahlt. Allerdings kann man auch die Kosten für einen erkrankten Ehepartner als „außergewöhnliche Belastung“ geltend machen, wenn jener nur über ein geringes Einkommen verfügt. D. h. wenn die Krankheitskosten das Einkommen des erkrankten Ehepartners so stark belasten, dass das steuerliche Existenzminimum in der Höhe von 11.000 Euro überschritten werden würde. (Stand: April 2014)

Tipp! Sammeln Sie alle Belege und heben Sie jene 7 Jahre auf. Bei Überprüfung Ihrer Steuererklärung kann das Finanzamt die Belege anfordern.

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Autorenschaft: Mag. Katharina Tentschert, Publizistin im Bereich Gesundheitskommunikation, in Abstimmung mit Mag. Kurth Kreith, Wirtschaftstreuhänder und Steuerberater (Stand: April 2014)