Schulangst

Schulanfang, für die meisten Kinder großartig und aufregend. Für einige, und es werden immer mehr, bedeutet Schule schwitzen, unangenehmes Herzklopfen und schlotternede Knie. Schulangst ist ein weit verbreitetes Phänomen.

Ein Gastartikel von Gundi Schütz

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(Foto: Thinkstock, George Doyle, Stockbyte)

Gerade für Schulanfänger ist es oft schwierig mit der Schule und der neuen Situation umzugehen. Es gibt viele neue Eindrücke und Regeln. Dann kommt der eigene Erwartungsdruck, oder die Schüchternheit dazu. Kurzum: kleine individuelle „Un“-befindlichkeiten. Das macht selbstverständlich Angst. Diese ist grundsätzlich auch gut und natürlich: Es ist ein wichtiger Indikator und bewahrt uns vor gefährlichen Situationen.

Schulangst versus Schulphobie und -verweigerung

Schulangst wird oft auch als Synonym für Schulphobie und auch als Mittel zum Zweck zur Schulverweigerung bzw. Schulschwänzen verwendet. Schulangst ist einfach gesagt: Die Angst vor schulischem Versagen.

Die Schulphobie hingegen ist die panikartige Reaktion auf die schulische Situation und mit starker Tendenz, den Schulbesuch zu verweigern. Wobei hier nur die Schule im Vordergrund steht; in Wahrheit geht es um die Familiendynamik zu Hause (Trennungsangst). Auch kindliche Sorgen um die Ehe der Eltern, die Stellung in der Geschwisterreihe oder Beanspruchung des Kindes für elterliche Funktionen können Ursache von schulphobischem Verhalten sein. Die Schulphobie ist die seltenste Form der sog. Schulängste.

Die Schulverweigerung bzw. das Schulschwänzen hat eher selten Ängste zur Ursache. Meist wird die als belastend empfundene Schulsituation zugunsten von Aktivitäten vermieden, die zusammen mit Gleichaltrigen (Peer Group) mehr Spaß zu bringen versprechen.

Gerade bei Teilleistungstörungen, wie Legasthenie oder Dysleksie, kann eine sogenannte reale Schulangst durch Überforderung vorliegen. Dies gilt es unbedingt diagnostisch überprüft werden muss.

Die Symptome sind meist diffus

Bei Schulangst zeigen sich häufig vielfältige diffuse Symptome wie Übelkeit und Bauchschmerzen, Schwindel, Schlafstörungen, Abgeschlagenheit und Verhaltensauffälligkeiten wie Bettnässen, Nägelkauen, Trödeln und vieles mehr.
Kinder, die über somatische Beschwerden klagen, haben diese in dem Moment tatsächlich und täuschen sie entgegen der landläufigen Meinung nicht nur vor. Besonders Volkschüler können die Symptome noch nicht mit Schulangst in Verbindung bringen, und demnach auch kaum artikulieren, wovor sie eigentlich genau Angst haben. Beispiele für Ängste können sein: Angst vor anderen zu sprechen, etwas nicht zu verstehen, ausgelacht zu werden, Prüfungsangst, Angst vor Mobbing.

Tipps für Eltern

Gundi Schütz

Foto: Gundi Schütz

Das wichtigste aus meiner Sicht für Kinder ist eine vertrauensvolle Bezugsperson, die ehrlich zuhört und nicht bagatellisiert. Wenn Kinder noch gar nicht wissen, wovor sie genau Angst haben, sondern nur das Gefühl an sich wahrnehmen, ist schon viel gewonnen, wenn man einfach nur allgemein über den Schulalltag spricht; auch über die Dinge, die schon gut funktionieren und gefallen. Dadurch wird der Selbstwert den Kindes gestärkt, da es merkt das Interesse an seiner Person besteht und nicht an seiner Leistung.

Oft können sich Kinder dann öffnen und es wird leichter zu besprechen, was nicht so angenehm ist. Das Kind lernt so besser mit Konflikten umzugehen. Zeit und Geduld sind ebenso wichtig, schrauben Sie als Eltern ihre Leistungsansprüche herunter und gehen Sie individuell auf die Schulangst ein, aber reißen sie nicht die Lösung des Problems an sich, sondern unterstützen Sie ihr Kind bei der Lösung, entwickeln Sie gemeinsam Lösungen, damit Ihr Kind weiter seinen Selbstwert stärken kann.

Auch ist es wichtig mit der Schule und den Lehrern Kontakt aufzunehmen
Wenn körperliche Symptome vorliegen, dann ist es unabdingbar, dass organische Ursachen von einem Arzt ausgeschlossen werden. Schulpsychologen und auch andere externe Hilfe wie eine Therapie oder eine Beratung sind bei einer schwereren Schulangst notwendig, um wieder mir Freude lernen zu können.

Gundi Schütz ist selbst Mutter zweier Kinder, wobei ein Kind schulpflichtig ist. Sie lebt und arbeitet in Wien als Kinder- und Jugendcoach, NLP-Practitioner und Master, NLP-Resonanz®-Coach, zertifizierter NLP-Resonanz®-Trainer sowie Lebens- und Sozialberater i.A.u.S. (Stand: September 2014)

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