Neu! Pflegekarenzgeld

Eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Pflege eines nahen Angehörigen verspricht das Pflegekarenzgeld; insbesondere im Falle eines plötzlich auftretenden Pflegebedarfs oder zur Entlastung einer pflegenden Person für eine bestimmte Zeit.

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(Foto: Thinkstock, Zhenikeyev, iStock)

Was tun, wenn ein naher Angehöriger auf einmal Pflege braucht? Eine Situation, die viele Betroffene vor eine große organisatorische und emotionale Belastung stellt. Gut zu wissen, dass es ein breites Informations- und Unterstützungsangebot für Angehörige gibt.

Vor allem die Möglichkeit für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer der Vereinbarung einer Pflegekarenz (gegen gänzlichen Entfall des Arbeitsentgeltes) oder einer Pflegeteilzeit (gegen aliquoten Entfall des Arbeitsentgeltes), ist eine wichtige Unterstützung im Alltag, um die Pflege für einen nahen Angehörigen zu organisieren.

Während dieser Zeit besteht

  • ein Motivkündigungsschutz
  • ein Rechtsanspruch auf das Pflegekarenzgeld
  • eine sozialversicherungsrechtliche Absicherung (beitragsfreie Kranken- und Pensionsversicherung).

Was sind die Voraussetzungen?

Die Pflegekarenz bzw. Pflegeteilzeit kann schriftlich mit der Arbeitgeberin bzw. dem Arbeitgeber vereinbart werden, wenn das Arbeitsverhältnis seit ununterbrochen zumindest 3 Monaten besteht, „zur Pflege und/oder Betreuung des/der

  • Ehegatten/Ehegattin,
  • Eltern, Großeltern, Adoptiv- und Pflegeeltern,
  • Kinder, Enkelkinder, Stiefkinder, Adoptiv- und Pflegekinder,
  • Lebensgefährten/Lebensgefährtin sowie dessen/deren Kinder,
  • eingetragenen Partners/eingetragenen Partnerin sowie dessen/deren Kinder,
  • Geschwister,
  • Schwiegereltern und Schwiegerkinder

vereinbart werden, sofern diesen nahen Angehörigen zum Zeitpunkt des Antritts der Pflegekarenz/Pflegeteilzeit Pflegegeld ab der Stufe 3 nach § 5 Bundespflegegeldgesetz (BPGG) mit Bescheid zuerkannt wurde. Für die Pflege und/oder Betreuung von demenziell erkrankten oder minderjährigen nahen Angehörigen genügt die Zuerkennung von Pflegegeld der Stufe 1.“ *)

Wie lange kann man in Pflegekarenz bzw. Pflegeteilzeit gehen?

Da Pflegekarenz und Pflegeteilzeit Überbrückungsmaßnahmen sind, ist die Dauer mit ein bis drei Monaten festgelegt.

Weiterführende Informationen sowie Anträge, Checkliste, Broschüre und Mustervereinbarungen

Quelle: *) Auszug aus Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz: Pflegekarenz/Pflegeteilzeit und Familienhospizkarenz/Familienhospizteilzeit – Ein Überblick

Autorenschaft: Mag. Katharina Tentschert, Publizistin im Bereich Gesundheitskommunikation (Stand: Juli 2014)