Mutterglück – glückliche Mutter?

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(Foto: Fotolia mmphoto)

Mutter-Sein – von vielen sehnlichst erwartet, für einige nachträglich betrachtet, eine der größten Herausforderungen des Lebens. Viele Frauen vergessen in dieser Lebenslage oft auf sich selbst zu achten und geraten daher extrem aus dem Gleichgewicht.

Ein Gastartikel von Deniese Jesch

Mütter müssen in viele verschiedene Rollen schlüpfen und wollen diese auch perfekt erfüllen – Frau, Mutter, Partnerin, Geliebte, Berufstätige. Was zählt ist einzig und allein, dass es den Kindern gut geht, dass der Partner sie weiterhin liebt und attraktiv findet und dass der Chef mit ihren Leistungen vollkommen zufrieden ist. Sich selbst und ihre eigenen Bedürfnisse stellen viele dabei komplett in den Hintergrund. Und so verlieren sie immer mehr ihr inneres Selbst. Sie funktionieren nur noch. Was bleibt ist nicht selten eine absolute Überforderung.

Rückblick einer betroffenen Mutter

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Mag. Deniese Jesch (Foto: privat)

„Ich habe mir das Mutter-Sein ganz anders vorgestellt – viel entspannter und romantischer. Ein glückliches Familienleben mit viel Kuscheln und Fröhlichkeit. Doch was mich wirklich erwartet hat, hat mich vollkommen aus dem Gleichgewicht gebracht: Gleich bei der Geburt überrollte mich eine enorme Welle der Verantwortung. Dann kam die ständige Angst um die Kinder dazu. Meine Rolle als Partnerin und Geliebte konnte ich auch nicht annähernd so erfüllen, wie ich es mir vorgestellt hatte. Einfach weil ich mich am Abend totmüde von den Anstrengungen des Tages nur noch entspannt auf die Couch legen wollte. Zu mehr war ich nicht mehr fähig. Als meine Kinder dann größer wurden, wurde der Alltag mit ihnen zwar leichter, doch kam nun ein neues Problem hinzu: Wie kann ich das Berufsleben mit meiner Rolle als Mutter in Einklang bringen? Die Folge war eine erneute Überforderung – ein ständiges Hin und Hergerissen-Sein zwischen der Verantwortung meinem Arbeitgeber gegenüber und dem Bedürfnis, für meine Kinder da zu sein.“

In diversen Netzwerken im Internet geht man in den letzten Monaten sogar noch einen großen Schritt weiter und entfacht unter dem Hashtag #regrettingmotherhood eine umstrittene Diskussion rund um das Thema „Darf eine Frau öffentlich zugeben, dass sie es bereut, Mutter geworden zu sein“. Doch soweit darf und muss es gar nicht erst kommen.

Mehr auf sich selbst hören

Doch was tun, um nicht in diese enorme Überforderung hineinzufallen? Die Antwort ist so simpel und doch so schwer zugleich: Mehr auf sich selbst und seine eigenen Bedürfnisse achten. Immer wieder reflektieren, was das Innere Selbst zu einer bestimmten Herausforderung sagt. Ist es ok für mich, oder halse ich mir wieder zu viel auf? Gibt es vielleicht eine andere Lösung, die für alle Beteiligten optimal wäre?

Von vielen Müttern wird nun vermutlich der Einwand kommen: „Das hört sich ja alles sehr nett an. Aber bei mir geht das einfach nicht. Meine Kinder brauchen mich nun mal Rund um die Uhr und die Familie ist auf mein zusätzliches Einkommen angewiesen. Da bleibt einfach keine Zeit mehr für mich. Das ist mir bewusst, aber ich hab mir das so ausgesucht, und das werde ich auch irgendwie schaffen“.

„Irgendwie“ schafft man es bestimmt. Nur es könnte auch einfacher gehen.

Denn wenn Sie mehr auf sich selbst achten, sind Sie viel zufriedener und entspannter und das wirkt sich in weiterer Folge auch auf alle anderen aus: Ihre Kinder merken plötzlich, dass die Mama wirklich (auch geistig) anwesend ist – und nicht nur körperlich präsent. Daher müssen sie auch nicht zusätzliche Aufmerksamkeit auf sich lenken, indem sie streiten oder anderen Unsinn anstellen. Der Chef wird mit der Arbeit wesentlich zufriedener sein, weil Ihre Fehlerquote dank der neuen Konzentrationsfähigkeit auf einmal sinkt. Und der Partner wird über Ihr zufriedenes Lächeln im Gesicht überrascht sein und wieder mal die Frau vor sich sehen, die er vielleicht schon lange Zeit vermisst hat. Aus einer Abwärtsspirale wird somit wieder eine Aufwärtsspirale hin zu mehr Zufriedenheit und Glück.

Kinesiologie für mehr Wohlbefinden

Ist man jedoch schon zu tief in diesem Kreislauf drinnen, kommt man oft schwer wieder von alleine raus. Schließlich hat man vielleicht schon Jahre nicht auf das gehört, was man eigentlich selbst will. Hilfe bietet hier unter anderem Kinesiologie. So kann etwa mit der Mentalfeldtechnik nach Dr. Klinghardt der Stress, mit dem der Körper auf eine bestimmte, herausfordernde Situation reagiert, gemildert werden.

Deniese Jesch, Kinesiologin für Familienthemen erklärt: „Das belastende Thema wird angesprochen und gleichzeitig werden bestimmte Zonen, auf der eine Vielzahl wichtiger Akupunkturpunkte liegen, beklopft. Die mit dem Thema zusammenhängenden Emotionen werden so aktiviert und gleichzeitig sanft entstresst. Man kommt in einen ausgeglichenen Zustand und kann die Situation nun aus einem gefühlsneutraleren, klareren Blickwinkel betrachten.“

Frau Jesch empfiehlt ebenso eine psychokinesiologische Sitzung: Hier wird über den Muskeltest ein Dialog mit den tieferen Schichten des Bewusstseins geführt. Dabei werden bewusst oder unbewusst belastende Erlebnisse aufgedeckt. Durch das Wiedererinnern können sich die damit verbundenen aufgestauten Gefühle entladen, und das belastende Ursprungsereignis kann dauerhaft entkoppelt werden.

Auch wenn das Mutter-Sein oft eine große Herausforderung ist, kann man selbst viel dafür tun, um es etwas leichter zu machen. So kann man sein Mutterglück in vollen Zügen genießen!

Mag. Deniese Jesch ist Kinesiologin für Familienthemen und selbst Mutter von zwei Kindern. In ihrer Praxis in 1130 Wien unterstützt sie Schwangere, Mütter und Kinder mit Kinesiologie und Bachblüten. (Stand: Mai 2015)