Steuer-Tipps (2. Teil)

Auch Kurkosten und Kosten für Alters- oder Pflegeheime bzw. für die Hausbetreuung können im Rahmen der ArbeitnehmerInnenveranlagung bzw. der Einkommenssteuererklärung steuerlich geltend gemacht werden, informiert Wirtschaftstreuhänder und Steuerberater Mag. Kurt Kreith.

Aufenthaltskosten, Kosten für Kurmittel und medizinische Betreuung sowie Fahrtkosten zum und vom Kurort (bei pflegebedürftigen Personen und Kindern auch die Aufwendungen für eine Begleitperson): „Kurkosten können im Rahmen der ArbeitnehmerInnenveranlagung bzw. der Einkommenssteuererklärung steuerlich als außergewöhnliche Belastungen mit Selbstbehalt geltend gemacht werden“, informiert Mag. Kurt Kreith.

(Foto: Thinkstock, fuse)

„Allerdings nur dann, wenn der Kuraufenthalt unmittelbar im Zusammenhang mit einer Krankheit steht und aus medizinischen Gründen erforderlich ist. Was bedeutet, dass eine ärztliche Verordnung oder Kostenübernahme durch den Sozialversicherungsträger notwendig ist. Kostenersätze und Lebenshaltungskosten, die zu Hause anfallen würden in der Höhe von derzeit 5,23 Euro täglich sind abzuziehen.“

Hinweis: Kurkosten, die aufgrund einer mindestens 25 %-igen Behinderung notwendig werden, gelten als Heilbehandlung und können ohne Selbstbehalt berücksichtigt werden.

Kosten für eine Versorgung in einem Alters- oder Pflegeheim

Wenn die Unterbringung in einem Pflegeheim aufgrund einer Krankheit, Pflege- oder besonderer Betreuungsbedürftigkeit notwendig wird, können die Kosten für die Unterbringung als außergewöhnliche Belastung geltend gemacht werden.
„Diese Regelung gilt auch für die Unterbringung auf einer Pflegestation in einem selbstgewählten privaten Alters- oder Pflegeheim sowie für die Betreuung im Privathaushalt,“ informiert Mag. Kurt Kreith. „Der besondere Pflege- oder Betreuungsbedarf muss durch ein ärztliches Gutachten nachgewiesen werden. Bei Bezug eines Pflegegeldes (ab Stufe 1) wird von einer Pflegebedürftigkeit ausgegangen.“

Kosten für die Hausbetreuung

Kosten für das Pflegepersonal, Pflegehilfsmittel sowie Aufwendungen für eine Vermittlungsorganisation: Wenn die Betreuung zu Hause erfolgt, können alle im Zusammenhang mit der Betreuung und Pflege anfallenden Aufwendungen von der zu betreuenden Person – im Rahmen der ArbeitnehmerInnenveranlagung bzw. der Einkommenssteuererklärung – als außergewöhnliche Belastungen mit Selbstbehalt geltend gemacht werden.

Hinweis! „Wenn das Einkommen (inkl. Pflegegeld) der pflegebedürftigen Person für die Begleichung der Pflegekosten nicht ausreichend ist, können die unterhaltsverpflichteten Personen (z. B Ehepartner oder Kinder), die für die Pflege entstandenen und von ihnen übernommen Kosten im Rahmen ihrer eigenen ArbeitnehmerInnenveranlagung bzw. Einkommenssteuererklärung geltend machen“, so Mag. Kurt Kreith. „Steht allerdings die Übernahme der Kosten in Zusammenhang mit einer Vermögensübertragung (z.B. Immobilien), liegt keine außergewöhnliche Belastung vor!“

Außergewöhnliche Belastung – ohne Selbstbehalt

Wenn eine Behinderung von mindestens 25% vorliegt, können die Aufwendungen für die Pflege ohne Selbstbehalt berücksichtigt werden. „Wenn ein Pflegegeld zuerkannt wurde, kann man von einem zumindest 25%-igen Grad einer Behinderung ausgehen. Achtung! Werden die Kosten von unterhaltsverpflichtigen Angehörigen übernommen, ist ein Selbstbehalt abzuziehen“, ergänzt Mag. Kurt Kreith.

Lesen Sie mehr dazu im 3. Teil der Serie Steuer-Tipps.

Weitere Artikel zu diesem Thema

  • 1. Teil: Außergewöhnliche Belastungen mit Selbstbehalt – Krankheitkosten (inkl. Zahnersatz und Sehbehelfe)
  • 3. Teil: Außergewöhnliche Belastungen ohne Selbstbehalt – Behinderungen ab 25% (online ab Herbst 2014)
  • Pflege: Web-Tipps für Angehörige

Autorenschaft: Mag. Katharina Tentschert, Publizistin im Bereich Gesundheitskommunikation, in Abstimmung mit Mag. Kurth Kreith, Wirtschaftstreuhänder und Steuerberater (Stand: Juli 2014)