Gesund am Abschlag

Golf ist eine Sportart für jede Altersklasse. Man macht Bewegung und Krafttraining zu gleich, ist an der frischen Luft unterwegs, knüpft soziale Kontakte und auch die Gesundheit kommt bei einer Partie Golf nicht zu kurz, weiß Thomas Weidinger, Chefredakteur des Golfmagazins “perfect eagle”.

healthBOXnews_Thomas_Weidinger_Foto_Jürgen_Pletterbauer

Thomas Weidinger (Foto: Jürgen Pletterbauer)

Ist Golf wirklich mehr als “nur” ein gemütlicher Spaziergang?

Für 18 Löcher Golf ist man in etwa 4 Stunden unterwegs und legt dabei 8,5 Kilometer zurück. Dennoch eignet sich kaum eine andere Sportart besser zur Entspannung von Körper und Geist. Neben einem positiven Aspekt für das Herz-Kreislaufsystem stärkt eine Runde auf dem Golfplatz Muskulatur, Psyche und Immunsystem. Egal ob jung, alt, sportlich oder untrainiert – mehr als jede andere Sportart eignet sich Golf wirklich für jedermann.

Wieviele Kalorien verbraucht man bei einer Partie Golf?

Ein Spieler mit ca. 80 Kilo verbraucht auf einer Golfrunde rund 1.700 Kalorien; mehr als in einer Stunde Jogging oder bei einem 2-stündigen Tennismatch! Darüber hinaus bewegt man sich ja stets an der frischen Luft, trägt seine Schläger und beansprucht bei der korrekt ausgeführten Schwungbewegung 124 der insgesamt 434 Muskeln. Das Herz schlägt mit bis zu 150 Schlägen pro Minuten, was das Immunsystem und die Ausdauer stärkt. Die moderate Belastung des Herz-Kreislaufsystems ist für u. a. Menschen mit Diabetes empfehlenswert, um den Blutzuckerspiegel zu senken; was zu einer Gewichtsreduktion führen kann.
Wiederholtes Golftraining verbessert die Balance sowie das Selbstvertrauen und kann das Risiko von u. a. Osteoporose vermindern. Unabhängig von Alter, Geschlecht oder Golfplatz benötigen wir für eine Runde Golf mehr als 10.000 Schritte – das entspricht der empfohlenen Tagesdosis an Bewegung. Bitte beachten Sie! Wenn Sie an einer (chronischen) Krankheit leiden, dann besprechen Sie bitte vor Trainingsbeginn Ihre sportlichen Ambitionen mit Ihrem behandelnden Arzt!

Tut Golfspielen auch der Psyche gut?

Im Leben suchen wir Menschen mehr oder weniger bewusst nach Balance. Heute ist es mitunter schwer, Balance zu halten, da wir viel zu sehr damit beschäftigt sind, aktiv zu sein. Golf hilft dabei, den Augenblick wahrzunehmen, durchzuatmen, zu entschleunigen und die Natur zu genießen. Vergleichbar mit Meditation eignet sich Golf also perfekt, um ein wenig Passivität zurück zu erlangen. Doch Golf ist auch eine mentale Prüfung, wenn wir Menschen mit den Gedanken in der Vergangenheit oder der Zukunft festzuhängen scheinen, dann fordert und der Golfsport heraus, am hier und jetzt aktiv teilzunehmen.

Ist Golf auch eine Sportart für das fortgeschrittene Alter?

Ja, das relativ geringe Verletzungsrisiko beim Golfen ist ein eindeutiger Vorteil: Anhänger anderer Outdoor-Sportarten (wie Skifahren, Reiten oder Radfahren) leben da gefährlicher. Auf der Suche nach der richtigen Sportart im Alter erweist sich Golf als verletzungsarme und leicht durchzuführende Sportart. Individuell auf die Bedürfnisse und das Leistungsvermögen der Spieler angepasst, kann man Golf selbst in fortgeschrittenem Alter noch problemlos erlernen.

Dabei leistet man einen essentiellen Beitrag zur körperlichen und geistigen Gesundheit, kann entspannen und neue Kontakte knüpfen. Überdurchschnittlich viele Golfer befinden sich in einem Alter jenseits der 50 und spielen aktiv bis ins hohe Alter.
Gerade Menschen, die an Herz- und Kreislaufproblemen leiden, können sich nach ärztlicher Beratung am Golfsport bis ins hohe Alter erfreuen und so wesentlich zur eigenen Gesundheit und körperlichen Fitness beitragen.

Positive Trainingseffekte auf einen Blick

  • Fettverbrennung: Eine 18-Loch-Runde dauert in der Regel vier Stunden und kostet den Körper in etwa 1.700 Kalorien. Die niedrige, aber konstante Belastung ist ideal für Herz und Kreislauf und eignet sich auch für Menschen mit Bluthochdruck.
  • Muskeltraining: Bei einem korrekten Abschlag stehen 124 der insgesamt 434 Muskeln unter Spannung. Training von Kopf bis Fuß!
  • Stressabbau: Entspannung und Bewegung in der Natur sind gut fürs Gehirn. Während unser Alltag das Nervensystem überfordert, vermuten Forscher beim Golfen eine Erhöhung der Leistungsbreite des Gehirns.
  •  Konzentrationsfähigkeit: Mentale Stärke ist für einen Golfer von enormer Bedeutung. Hitzköpfe werden zwangsläufig gekühlt, weil mit Erregung die wenigsten Bälle ins Loch rollen. So ist jeder Schlag und jede Runde auch ein gutes Training für die Psyche.

Autorenschaft: Mag. Katharina Tentschert, Publizistin im Bereich Gesundheitskommunikation, in Abstimmung mit Thomas Weidinger, Chefredakteur des Golfmagazins “perfect eagle” (Stand: September 2014)